8 Figuren - Eiko Gröschl
zurück.Im Daneben
Zwetschgenholz
Hechtkiefer
Treibholz
Ateliergewächs
Im Rückzug schnitzt sich
die eigene Totenmaske
Steine
Borsten
Spitzen
Knochen
Äste
der Blick fällt
die Augen wachsen
bringen den Körper
aus der Form
gefunden
im Wald
im Garten
im See
Er nennt ihn See, nennt ihn Boxer
sie wachen
und
sie warten
wiederholt
leichte
Handbewegungen
mit langen Zähnen
mit geraden Borsten
mit gekämmten Spitzen
mit leichten Bandagen
mit hölzernen Beinen
mit hochgehaltenen Armen

In der erstmals gezeigten Werkserie 8 Figuren (2022–2025) erweitert Eiko Gröschl seine malerische Praxis in den Raum. Vertraute Motive in Transformation, alltägliche Bewegungen und Abläufe, Atmosphären und Zustände, Wege mit und ohne Ziel verdichten sich zu Skulptur-Figuren, die aus ortsspezifischen Materialien geformt sind. Entstanden als meditative Arbeit neben den Bildern, formiert sich hier ein neuer Werkkörper. Die Figuren treten aus der Leinwand heraus und werden skulptural. Erinnerungen und Assoziationen an vermeintlich Bekanntes, an Dinge, Orte oder kulturelle Figuren, auch wenn ihre Physiognomien bewusst vage bleiben, an etwas, das man zu kennen glaubt. Jede steht für sich, lässt sich jedoch ebenso in Beziehung zu den anderen lesen. Szenen, die aufeinander folgen, sich gegenseitig kommentieren. Das Material kartografiert unterschiedliche Bereiche aus dem privaten Raum des Künstlers, zwischen Tätigkeiten des Fischens, Schnitzens und Sammelns, Spaziergängen im Wald, gefundenen und gefallenen Ästen aus dem Garten des Vaters oder anderswo. Die Skulptur-Figuren entstehen als Verdichtungen der jeweiligen Beschaffenheit vor Ort, an dem Zeit kommt und geht. Der Körper der Figur mit dem Titel See setzt sich ausschließlich aus Materialien zusammen, die diesem spezifischen Mikrokosmos entnommen sind. Ein weiteres Moment der Serie liegt in der Verschiebung und Neuordnung körperlicher Merkmale, die sich weniger an anatomischer Logik orientieren als an einer Neukonfiguration von Konstanten. Entgegen der Vorstellung eines linearen Narrativs entfaltet sich 8 Figuren über Auslassungen und das bewusste Umkreisen einer eindeutigen Intention. Die Protagonist:innen erscheinen wie unbewegte Träumer:innen, positioniert im Dazwischen. Zwischen Tag und Nacht, Zentrum und Rand, Deutlichkeit und Andeutung, Realität und Fiktion, Erinnerung und Vergessen.
(Nectar in collaboration with Charim Gallery)